Warum ich diesen Blog gestartet habe….

Ich führe ein Doppelleben. Auf der einen Seite habe ich dieses ganz normale brave Leben in der Vorstadt mit Haus, Mann und Kind. Auf der anderen Seite erfülle ich mir sexuelle Fantasien mit heißen Männern. Ich tue Dinge, die sich 10 Jahre nur in meinem Kopf abgespielt haben. Definiere sozusagen mein sexuelles Ich neu. Und ehrlich? Es ist berauschend, ich fühle mich so lebendig wie lange nicht mehr und es macht süchtig. Ich will und darf nur niemandem davon erzählen. Nicht mal eine Handvoll Menschen wissen, was ich so treibe. Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich das so wollte, aber auch so durchziehen könnte. Ausgerechnet ich! Klar im Grunde ist jeder zu fast allem fähig – unter bestimmten Vorraussetzungen. Aber in den letzten 20 Jahren war tatsächlich ICH es, die – wie hat es eine ehemalige Freundin doch treffend ausgedrückt – auf ihrem hohem Podest stand und die Moralkeule geschwungen hat. Fremdgehen war für mich eine Charakterschwäche. Unverzeihbar. Sämtliche meiner Freundinnen und Freunde würden wahrscheinlich vom Glauben abfallen, würden sie erfahren, wer hinter diesen ganzen Geschichten steckt.
Also was ist passiert?
Vielleicht von vorne…
Wer bin ich? Gerade 40 geworden, Mama, Ehefrau und arbeite mit Kindern. Ich bin mein halbes Leben mit meiner großen Liebe zusammen. Meinen Mann habe ich bereits vor dem Abi kennengelernt. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. „Diesen Mann werde ich mal heiraten“ stand damals schon in meinem Tagebuch. Zwölf Jahre später heirateten wir. Fünf Jahre danach kam dann unser erster Sohn. Unsere Beziehung verlief seit jeher in Wellen. Wir hatten viele gute und schlechte Zeiten und dennoch schafften wir es unsere Beziehung zu bewahren und wuchsen zusammen. Die Sache mit dem Sex schlich sich nach und nach ein. Mein Mann war tatsächlich mein erster…. Der erste Mann, mit dem ich Sex hatte, eine Tatsache, die für ihn wie eine Art Ritterschlag ist – bis heute. Am Anfang unserer Beziehung hatten wir sehr sehr guten Sex, mehrmals täglich, mehrmals hintereinander, verschiedene Orte, immer aufregend. Ich lernte mein sexuelles Ich sozusagen mit ihm kennen. Während einer kurzen Trennungsphase entdeckte ich andere Männer. Einer war ein unglaublicher Lover. Immer und überall bereit, riesen Penis, sehr kreativ…der Sex mit ihm war wahnwitzig, weltenerschütternd, kein Vergleich zu bisher Erlebtem. Unsere Beziehung war unglaublich intensiv, eine einzige Gefühlsachterbahn, aber letztlich funktionieren solche Beziehungen in der Realität einfach nicht. Ausserdem gehörte mein Herz immer nur meinem jetzigen Ehemann. Als wir nach der kurzen Trennungsphase wieder zusammenkamen, wussten wir beide, es wäre für immer. Und dann kam die Liebe. Mein Mann meinte mal, dass die Liebe den Sex abgelöst hat. Und so war es wohl. Der Sex war noch immer gut, aber nicht außergewöhnlich. Wir hatten Phasen in denen wir viel Sex hatten und Phasen in denen wir manchmal monatelang keinen Sex hatten. Ich war immer die treibende Kraft. Jahrelang habe ich meine Sexualität abhängig von meinem Mann und ihn auch in gewisser Weise verantwortlich für meine sexuelle Zufriedenheit gemacht. Jede Ablehnung seinerseits verletzte mich mehr und ließ mich den Sex – vor allem außergewöhnlichen Sex- immer seltener einfordern. Und die Sache ist, wenn Frau zum x-ten Mal abgeblitzt ist, beginnt Frau zu zweifeln. Was mache ich falsch? Liegts an mir, meinem Körper? Und Frau wird unsicher….eine Abwärtsspirale
Dann las ich dieses Buch, einen Erotikroman und meine Fantasie begann sich zu verselbstständigen. Ich entdeckte eine neue Welt, kaufte mir unterschiedlichste Vibratoren, Dildos, Liebeskugeln, begann auf youporn zu surfen, entdeckte meinen Körper Stück für Stück. Ich mastrubierte täglich, manchmal mehrmals und kam ich mir vor wie so ein angesexter Teenie, weil ich nicht genug kriegen konnte. Männer in meiner Umgebung wurden Hauptdarsteller in meinem Kopfkino. Tatsächlich versuchte ich anfangs auch meinen Mann miteinzubeziehen, aber so richtig motiviert war er nicht, also ließ ichs dann auch wieder. Lange Zeit war ich zufrieden damit. Ich hatte ja mein Kopfkino…
Nach der Geburt unseres Sohnes änderte sich dann die Art und Weise wie mein Mann mich (an)sah komplett. Er sah mich nur noch als Mama, nicht mehr als Sexobjekt. Eine ganz lange Zeit schob ich das auf meinen Körper (Ich hatte ziemlich viel zugenommen während der Schwangerschaft.) Der große Bruch kam zu dem Zeitpunkt, als ich wieder fast Vollzeit zu arbeiten begann. Die Doppelbelastung zermürbte mich.Täglich hetzte ich von meinem Job zu meinem Kind, schmiss nebenbei noch den Haushalt. Jede Minute meines Tages war durchorganisiert und verplant. Mein Mann arbeitete zu dieser Zeit auf eine Beförderung hin und nahm sich aus allem komplett raus. Positiv war, dass ich rapide meine Schwangerschaftspfunde loswurde….und plötzlich tauchte da dieser Arbeitskollege auf. Wir begannen einen lockeren Flirt. Ich verknallte mich leider tatsächlich ein bisschen in ihn, was das Ganze sehr verkomplizierte. Dennoch hatten wir nie körperlich was miteinander. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nicht, ob ich so eine körperliche Affaire tatsächlich durchgezogen hätte, ob ich nicht doch nen Rückzieher gemacht hätte. Aber ich ging meinem Mann mit meinem Kollegen fremd – vor allem emotional. Denn auch wenn klar war, dass nix laufen würde mit ihm, wir kamen uns nahe, redeten viel, tänzelten über Monate. Ich tat es bewusst und genoss es. Diese heimlichen Blicke, diese zufälligen Berührungen, die vielen Gespräche, die ganze Situation. Bis heute fühle mich ihm sehr nah. 
Dieser Flirt öffnete mir die Augen. Ich fühlte mich zum ersten Mal seit Jahren wieder als Frau und erkannte, welche Wirkung ich auf Männer habe. Ich begann einen Sexchat mit einem Typen. Diese Art der Aufmerksamkeit, diese ganzen Alltagsflirts und das Sexting kickte mich und gab mir so unglaublich viel Energie. Ich wollte mehr.
Wie es dann zum ersten Sex kam, könnt ihr unter Let`s get dirty nachlesen.
 

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